Im Jahr 2021 ist einiges unverändert geblieben: Homeoffice, digitale Kaffeepausen oder das Mittagessen am heimischen Küchentisch anstelle der Kantine prägten den Alltag. Können nun die gleichen Berufsauslagen wie im ersten Pandemiejahr geltend gemacht werden, obwohl nicht durchgängig Homeoffice und Kurzarbeit angesagt waren?

Im vergangenen Jahr 2021 verbrachten wiederum viele die meiste Zeit in den eigenen vier Wänden. Der gewohnte Arbeitsweg entfiel, das Mittagessen wurde selbst gekocht und das sonst spärlich genutzte Büro zum täglichen Arbeitszimmer. Homeoffice, also das Arbeiten von daheim aus, blieb Standard.

 

Beim Ausfüllen der Steuererklärung wirft dies Fragen auf: Dürfen Fahrkosten zum Arbeitsort trotz Homeoffice abgezogen werden? Darf ich das Arbeitszimmer abziehen? Und was ist mit den Kosten für die Kinderbetreuung?

Folgende Punkte gibt es für das Ausfüllen der Steuererklärung 2021 zu beachten

Fahrkosten zum Arbeitsort

Auch wer die Mehrheit seiner Arbeitstage in den eigenen vier Wänden verbrachte, darf die Kosten für Abonnements abziehen. Ebenso darf die Pauschale für das Fahrrad oder das Kleinmotorrad mit gelbem Nummernschild geltend gemacht, also abgezogen, werden

Homeoffice

Unter Homeoffice versteht das Steueramt die Nutzung eines Raumes in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus, um der beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Wer das private Büro als Arbeitsplatz genutzt hat, kann einen Teil des Mietzinses der Wohnung /des Hauses oder des Marktmietwertes der eigenen Immobilie während der Dauer des Homeoffice von den Steuern abziehen. Dafür müssen folgende Punkte erfüllt sein:

 

  • Der Arbeitgeber hat das Homeoffice aufgrund behördlicher Massnahmen angeordnet – gemeint ist die angeordnete Homeoffice-Empfehlung oder -Pflicht.
  • Die Nutzung des privaten Arbeitszimmers ist eine zwingende Voraussetzung zur Ausübung der beruflichen Tätigkeiten.
  • Der Arbeitgeber hat keinen Beitrag für das Homeoffice bezahlt.
  • Die tatsächlichen Kosten übersteigen 3 Prozent vom Nettolohn. Pauschal kann maximal 4'000 Franken abgezogen werden.

 

Wichtig zu wissen: Allfällige Kosten für die Einrichtung des Arbeitszimmers können nicht von den Steuern abgezogen werden. Erfüllen Steuerpflichtige die Bedingungen für einen Abzug, dürfen keine zusätzlichen Abzüge für die Fahrkosten sowie die auswärtige Verpflegung geltend gemacht werden.

Kinderdrittbetreuungskosten

Viele Eltern hatten im vergangenen Jahr eine Doppelrolle. Sie mussten ohne räumliche Distanz ihren Beruf und die Kinderbetreuung unter einen Hut bringen. Für diese persönliche Kinderbetreuung darf kein zusätzlicher Abzug geltend gemacht werden. Es gilt, die effektiven Kinderdrittbetreuungskosten des vergangenen Jahres anzugeben.

Weitere Hinweise, die hilfreich für die Steuererklärung 2021 sind

Kurzarbeitsentschädigung

Viele Firmen und Organisationen mussten Kurzarbeit anmelden. Betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen dies bei der Steuererklärung nicht spezifisch ausweisen. Die Kurzarbeitsentschädigung sollte im Lohnausweis aufgeführt sein. Es empfiehlt sich, den Lohnausweis entsprechend zu prüfen.

Erwerbsausfallentschädigung

Auch Personen, die aufgrund der COVID-19-Problematik Anspruch auf eine Erwerbsausfallentschädigung haben, müssen dies in der Steuererklärung nicht spezifisch ausweisen. Diese Entschädigung ist im Regelfall im Lohnausweis aufgeführt. Ausnahme: Die Erwerbsausfallentschädigung wurde direkt ausbezahlt. In diesem Fall gilt es, sie separat auszuweisen.

Mit folgenden drei Tipps sparen Steuerpflichtige in jedem Jahr

Tipp 1: In die Säule 3a einzahlen

Die private Vorsorge lohnt sich nicht nur hinsichtlich einer selbstbestimmten Zukunft. Nein, auch aus steuerlichen Gründen ist sie empfehlenswert. Denn Einzahlungen in eine Säule-3a-Lösung können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Steuerzahlerinnen und Steuerzahler müssen das Guthaben in der dritten Säule nicht als Vermögen deklarieren.

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Tipp 2: Abziehen von Versicherungsprämien und Selbstbehalt von Arzt- und Zahnarztkosten

Die tatsächlich bezahlten Versicherungsprämien können in begrenztem Umfang vom Einkommen abgezogen werden. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Abzug höher, da das Thurgauer Stimmvolk 2020 für eine Erhöhung gestimmt hat.

 

Auf kantonaler Ebene betragen die Maximalbeträge der Versicherungsprämien neu:

 

  • 7’000 Franken für Ehepaare und Partner
  • 3’500 Franken für Einzelpersonen

 

 Wichtig: Wenn das Total der Krankheitskosten, also beispielsweise das Total der Arzt- und Zahnarztkosten, 5 % des Nettoeinkommens übersteigt, dürfen die effektiven Kosten, die diese 5 % übersteigen, abgezogen werden.

Tipp 3: Abziehen von Spenden

Zuwendungen an gemeinnützige Organisationen und politische Parteien können vom Einkommen abgezogen werden. Im Kanton Thurgau sind folgende Abzüge erlaubt:

 

  • Gemeinnützige Organisationen: Bei einem Nettoeinkommen bis 40'000 Franken sind maximal 8'000 Franken erlaubt. Ist das Nettoeinkommen höher, dürfen davon 20 Prozent für Spenden abgezogen werden.
  • Politische Parteien: maximal 10'000 Franken, unabhängig vom Nettoeinkommen.

 

Wichtig: Die Spendenbestätigung muss der Steuererklärung beigelegt werden.