Teilzeit arbeiten ist im Trend. Sei es wegen der Kinderbetreuung, einer Weiterbildung oder einfach, um mehr selbstbestimmte Zeit zu geniessen. Was sich im Moment gut anfühlt und passt, kann negative Auswirkungen auf das spätere Leben haben – beispielsweise in Bezug auf die Altersvorsorge. Mit den folgenden 5 Tipps klappt es mit der Altersvorsorge trotz Teilzeit.

Die Schweiz belegt den zweiten Platz im Länderranking, wenn es um die Anzahl Teilzeitarbeitende geht. Bei uns arbeiten 4 von 10 Personen 90 Prozent oder weniger. Die Mehrheit der Teilzeitarbeitenden sind noch immer Frauen. Sie arbeiten dreimal häufiger in einem reduzierten Arbeitspensum als Männer. Neuste Statistiken zeigen aber, dass auch Männer in den letzten zehn Jahren immer häufiger ihr Pensum reduziert haben. Teilzeitarbeit liegt also im Trend.

 

Die Gründe für eine Teilzeitbeschäftigung sind sehr unterschiedlich: Jede vierte Frau (26.5 Prozent) gibt die Kinderbetreuung als Grund an, gefolgt von sonstigen familiären Verpflichtungen (21.8 Prozent). Bei den Männern sind die genannten Gründe ihre Ausbildung und ihr Studium (17.5 Prozent) (Quelle: BFS 2017).

Nachwirkungen der Teilzeitarbeit sind im Alter im Portemonnaie spürbar

Wer sich für eine Teilzeitarbeit entscheidet, sollte seine aktuellen Ausgaben im Griff haben. Eine Aufstellung der individuellen Kosten beispielsweise für die monatliche Miete, Versicherungen, fürs Essen, für Kleider oder den Friseur ist empfehlenswert. Im Idealfall bleibt auch noch ein «Batzen» für spontane Ausgaben und das «Sparsäuli» übrig.

 

Wenn die aktuellen Kosten geregelt und budgetiert sind, sollte man sich auch Gedanken über die finanzielle Zukunft machen. Leider wird oft vergessen, dass sich ein reduziertes Arbeitspensum auf die Altersvorsorge auswirkt. Denn ein geringerer Lohn bedeutet natürlich auch weniger Einzahlungen in die AHV und tiefere Beiträge in die Pensionskasse. Mit der Folge: Die Altersleistungen aus der ersten (AHV) und zweiten (Pensionskasse) Säule fallen tiefer aus als vielleicht erwartet.

Weiter besteht bei Teilzeiterwerbenden die Gefahr, dass sie sich nicht um die private Vorsorge kümmern. Mit der Folge: Sie investieren finanziell nicht in die Zukunft, sondern decken und budgetieren lediglich die täglichen Ausgaben im Hier und Jetzt. So kann eine Vorsorgelücke entstehen. Die Folge kann schmerzlich sein: Pensionierte können den gewohnten Lebensstandard nicht mehr halten. Sie verlieren die finanzielle Flexibilität, die sie während der Erwerbstätigkeit gewohnt waren.

So klappt es mit der Altersvorsorge trotz Teilzeitarbeit

Die gute Nachricht zuerst: Auch wer in einem reduzierten Pensum arbeitet, kann seine Altersvorsorge sichern. Folgende Tipps zeigen, wie man das Leben nach der Pensionierung ohne Bedenken geniessen kann.

Tipp 1: Lücken in der AHV schliessen

Da Teilzeiterwerbstätige in der Regel einen tieferen Lohn haben, zahlen sie kleinere Beiträge in die erste Säule (AHV) ein. Für die maximalen Leistungen aus der AHV braucht es neben den lückenlosen Einzahlungen auch ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 86’040 Franken. Das Schweizer Vorsorgesystem rechnet für eine lückenlose Beitragsdauer für Frauen mit 43 Beitragsjahren und für Männer mit 44. Auf dem individuellen Kontoauszug der AHV sind die Einkommen und allfällige Beitragslücken ausgewiesen. Fehlbeiträge können bis zu fünf Jahre rückwirkend nachbezahlt werden.

Tipp 2: Private Vorsorge planen

Das Ziel der ersten (AHV) und der zweiten (Pensionskasse) Säule des Schweizer Vorsorgesystems ist es, im Schnitt 60 bis 70 Prozent des letzten Einkommens abzudecken. Die restlichen 20 bis 30 Prozent müssen durch die private Vorsorge beigesteuert sein.

 

Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, den jährlich möglichen Maximalbetrag in die gebundene, private Vorsorge – die Säule 3a – einzuzahlen. Mit der freien Vorsorge, der sogenannten Säule 3b (zum Beispiel Sparpläne und Wertschriften), entscheiden Betroffene selbst, wie sie darüber hinaus noch individuell vorsorgen wollen.

Was Teilzeitarbeitende wissen sollten

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Tipp 3: Einkäufe in die Pensionskasse tätigen

Weist der Pensionskassen-Auszug eine Lücke auf, können Versicherte diese mit sogenannten «freiwilligen Einkäufen» schliessen und auch dabei Steuern sparen. Wer clever plant, verteilt die Einkäufe über mehrere Jahre. So lässt sich die Steuerbelastung über längere Zeit senken. Die Höhe der Einkäufe ist durch unterschiedliche Einschränkungen geregelt – am besten fragen Versicherte direkt bei ihrer Vorsorgeeinrichtung nach.

Tipp 4: Budgetplanung erstellen

Vor dem Entscheid, Teilzeit zu arbeiten, ist die Budgetplanung ein Muss. Darin sollen neben den monatlichen Fixkosten – wie beispielsweise der Miete, den Versicherungsprämien, Steuern oder Handykosten – auch unbedingt die Beträge für die private Vorsorge (3. Säule) eingeplant werden.

Tipp 5: Beschäftigungsgrad gut wählen

Je geringer der Beschäftigungsgrad, desto geringer ist auch der Lohn. Das Arbeitspensum ist somit ein zentraler Faktor und sollte gut überlegt sein.

Massgebend für die Sparbeiträge bei der Pensionskasse ist der versicherte Lohn. Dieser berechnet sich aus dem Jahreseinkommen abzüglich des Koordinationsabzugs. Dieser gleicht vereinfach erklärt die Doppelversicherung zwischen der 1. Säule (AHV) und der 2. Säule (Pensionskasse) aus. So die Idee des Gesetzgebers. Einige Pensionskassen passen den Koordinationsabzug bei Teilzeitbeschäftigten entsprechend dem Beschäftigungsgrad an. Dadurch ergeben sich ein höherer versicherter Lohn und höhere Sparbeiträge für die Altersvorsorge. Bei einigen Pensionskassen gibt es bessere Sparpläne, denen man sich wahlweise anschliessen kann. Vorgängige Abklärungen mit der Pensionskasse sind sinnvoll.

Auch die Leistungen im Unglücksfall (Tod und Erwerbsunfähigkeit) sollten überprüft und bei Bedarf mithilfe von privaten Vorsorgelösungen optimiert werden.

Mit diesen fünf Tipps können sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beruhigt Zeit für die Familie, für das Hobby oder für die Weiterbildung nehmen. Die Altersvorsorge und das Jahresbudget sind geplant. Es gibt kein unschönes Erwachen weder im Jetzt noch später im Alter.

Quelle: Teilzeiterwerbstätigkeit in der Schweiz 2017

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