Gold fasziniert die Menschen seit Jahrtausenden. Das Edelmetall zählt weltweit zu den begehrtesten Wertspeichern und steht für Beständigkeit, Seltenheit und Sicherheit. Auch Anlegerinnen und Anleger suchen in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, steigender Inflation oder stark schwankender Finanzmärkte oft Zuflucht im glänzenden Metall. Doch lohnt es sich wirklich, in Gold zu investieren? Welche Möglichkeiten gibt es und wie kann Gold sinnvoll im Portfolio integriert werden? Wir zeigen Ihnen, wie Gold als Anlage funktioniert.
Inhaltsverzeichnis
- Warum in Gold investieren?
- Was sind die Einflussfaktoren auf den Goldpreis?
- Welche Möglichkeiten gibt es, in Gold anzulegen?
- Welche Vor- und Nachteile hat Gold als Anlage?
- In Gold investieren – effektiv diversifizieren
- Was ist eine vernünftige Gold-Quote im Portfolio?
- Experten-Tipps für Gold-Investitionen
- Fazit
- FAQs
Warum in Gold investieren?
Für viele Menschen in der Schweiz ist Gold ein vertrauter Wertspeicher. Laut der repräsentativen Edelmetall-Studie 2025 der Universität St. Gallen gehört Gold zu den beliebtesten Anlageformen des Landes – nur Immobilien und Sparkonten sind noch verbreiteter. Das zeigt: Gold ist nicht nur ein Mythos aus Krisenzeiten, sondern für viele Anlegerinnen und Anleger ein sicherer Hafen und ein fester Bestandteil der Vermögensplanung. Gemäss Studie besitzen Personen mit Goldanlagen im Schnitt rund 115 Gramm physisches Gold (ohne Schmuck). Was zum Zeitpunkt der Befragung im September 2025 einer Investition von deutlich mehr als 10 000 Franken entspricht.
Was macht Gold für Investments so besonders?
Eigenschaften von Gold:
Seit eh und je zählt Gold als Tauschmittel. Gold diente als Grundlage von Geldsystemen, als Schmuck und als Schatz bzw. Reservegut von Staaten wie Privaten. Der Grund dafür ist sein Wert. Es ist nämlich eine teure Angelegenheit, Gold zu vermehren. So werden pro Jahr bei einem geschätzten weltweiten Goldbestand von ca. 210 000 Tonnen nur ca. 3000 Tonnen neu geschürft. Gold ist also ein knappes Gut. Diese starke Angebotsbegrenzung führt dazu, dass Gold seinen Wert insbesondere dann behält, wenn die Preise stark steigen und Geld an Kaufkraft verliert. Damit eignet sich Gold als Wertaufbewahrungsmittel. Dies im Gegensatz zu vielen Fiat-Währungen , deren Menge jederzeit per Knopfdruck durch die jeweiligen Zentralbanken erhöht werden können und so über die Zeit ihre Kaufkraft verlieren. Diese Eigenschaft von Gold nutzen weltweit auch Notenbanken, die ihre Goldbestände zu den Devisenreserven zählen.
Funktionen von Gold:
In Krisenzeiten wird reflexartig auf Gold zurückgegriffen. Gerade bei geopolitischen Spannungen oder erhöhten Unsicherheiten an den Finanzmärkten steigt die Goldnachfrage. Das liegt auch an der einfachen Handelbarkeit des Edelmetalls. Denn es gibt globale, gut entwickelte Märkte mit jederzeitigen Marktpreisen für Gold. Darüber hinaus erhöht Gold die Diversifikation in den Portfolios und damit deren Robustheit: Der Goldpreis zeigt oft geringe Korrelation zu Preisbewegungen bei Aktien oder Obligationen. Das bedeutet, wenn die Aktienkurse sinken, steigt der Goldpreis oft an. Kein Wunder also, bietet Gold Anlegerinnen und Anlegern besonders in unsicheren Zeiten Sicherheit und Stabilität.
Was sind die Einflussfaktoren auf den Goldpreis?
Der Goldpreis wird von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst, die sich gegenseitig verstärken oder abschwächen können. Folgende wichtige Einflussgrössen helfen zu verstehen, warum der Goldpreis steigt oder fällt:
In Zeiten steigender Preise steigt im Regelfall die Nachfrage nach Gold. Viele Investierende nutzen Gold, um ihre Kaufkraft zu schützen, wenn Geld an Wert verliert.
Anders als Wertschriften wirft Gold selbst keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden ab. Steigen die Zinsen, erhöhen sich deshalb die Opportunitätskosten der Goldhaltung. Sinkende Zinsen können dagegen die relative Attraktivität von Gold gegenüber Cash oder Obligationen erhöhen.
Auch die Stärke des US-Dollars hat einen gewichtigen Einfluss, da das Gold überwiegend in US-Dollar gehandelt wird. Ein starker US-Dollar belastet daher tendenziell den Goldpreis, während ein schwächerer US-Dollar ihn stützen kann. Der Grund ist, dass viele Anlegerinnen und Anleger «Gold» als «Währung» betrachten. Steigt der Dollar, wechseln sie vom Gold zum Dollar, weil dies für den Werterhalt ihrer Anlage besser ist. Sinkt der Dollar, wechseln sie zum Gold aus dem gleichen Grund.
Politische Konflikte, Kriege oder wirtschaftliche Unsicherheiten führen häufig zu steigender Goldnachfrage und treiben den Goldpreis in die Höhe. In solchen Situationen gilt Gold für viele Investierende als sogenannter «sicherer Hafen».
Zentralbanken halten seit jeher Gold als Teil ihrer Währungsreserven, wobei ihre Nachfrage den Goldpreis beeinflussen kann. Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 und dem Einfrieren russischer Auslandsreserven ist das Bewusstsein für politische Risiken von Fremdwährungsreserven stark gestiegen. Viele Zentralbanken erhöhen seither gezielt ihre Goldbestände, um unabhängiger von sanktionierbaren Währungen zu werden und ihre Reserven krisenfester zu machen.
Die Goldförderung aus Minen verändert sich nur langsam und hat deshalb meist einen geringeren Einfluss auf kurzfristige Preisbewegungen. Aber es gibt oftmals saisonale Muster und Trends, verursacht durch die Nachfrage aus Schmuckindustrie, Technologie und Investmentmarkt. Diese kann dagegen stärker schwanken und den Preis beeinflussen.
Viele Anlegerinnen und Anleger suchen nach stabilen Anlagen. Ist es überhaupt möglich, Geld ohne Risiko anzulegen?
Welche Möglichkeiten gibt es, in Gold anzulegen?
Investitionen in Gold können Sie über verschiedene Instrumente tätigen. Die gebräuchlichsten stellen wir Ihnen hier vor:
Goldbarren und Goldmünzen
Die jahrhundertealte Art und Weise ist der direkte Kauf von physischem Gold in Form von Münzen bzw. Goldvreneli oder Barren in verschiedensten Grössen. Goldbarren und Goldmünzen sind einfach und verlässlich. Sie sind die klassische und greifbare Form der Goldanlage. Sie stehen für Sicherheit und Werterhalt und eignen sich besonders für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger, die den Wunsch nach Besitz des Goldes haben. Barren gibt es bereits ab 0.1 Gramm. Der klassische Barren wiegt 12.5 kg und handelt zu über 1.5 Mio. Schweizer Franken (Stand Februar 2026).
Die wichtigsten Vorteile sind:
- der direkte Eigentumsanteil
- die hohe Transparenz und Unabhängigkeit von Aktien
- die jederzeitige Verfügbarkeit
- das Anlagegold in Form von Barren und Münzen ist von der Mehrwertsteuer befreit
- geringes Risiko
Die Nachteile sind:
- die Frage nach der Aufbewahrung: beim Handelspartner, im Bankschliessfach oder zu Hause?
- allfällige Versicherungskosten für die Aufbewahrung
- die Kosten für eine sichere Aufbewahrung (Schliessfach, Tresor)
- die An- und Verkaufspreisspanne, auch «Spread» genannt, denn je geringer das Gold-Barrengewicht, desto höher der Spread. Zu beachten ist, dass die Differenz zwischen dem Kauf- und Verkaufswert bei Münzen deutlich höher ist als bei Barren. (Die TKB, andere Banken und Goldhändler publizieren täglich die aktuellen An- und Verkaufspreise.)
Goldmünzen oder Goldbarren zum Anlegen – was ist der Unterschied?
Goldbarren und Goldmünzen bestehen beide aus physischem Gold, unterscheiden sich aber deutlich bei den Kosten und damit auch bei ihrer Eignung als Anlage. Grundsätzlich gilt: Je grösser der Goldbarren, desto kleiner ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis (Spread). Bei einem Kilobarren liegt dieser oft bei rund 1 Prozent, bei 100-Gramm-Barren bei etwa 1.5 Prozent und bei kleineren Einheiten (z.B. 1 Unze) bereits bei rund 4 Prozent. Wenn wir eine kleine Stückelung nehmen, müsste der Goldpreis zuerst diese 4 Prozent aufholen, bevor Sie überhaupt einen Gewinn erzielen. Goldmünzen wie zum Beispiel das Goldvreneli sind in der Regel noch teurer, da hier zusätzlich Prägekosten und ein Liebhaberwert bzw. Sammleraufschlag dazukommt. Je kleiner die Einheit, desto teurer wird der Goldpreis also und der Grund dafür ist, dass sich Produktions-, Logistik- und Handelskosten auf weniger Gold verteilen.
Konkret können wir also sagen:
- Goldbarren sind für Anlegerinnen und Anleger meist die kosteneffizientere Wahl.
- Goldmünzen sind eher ein ideales Geschenk als eine Wertanlage. Sie sind handlich in der Grösse, schön anzusehen, vielleicht sogar mit zum Anlass passender Jahreszahl versehen, aber aufgrund des höheren Ankaufspreises und höheren Spreads als Investment weniger attraktiv.
Gold-ETF und börsengehandelte Produkte
Sehr einfache Handhabung versprechen die Gold-ETFs (Exchange Traded Funds), die Sie an der Schweizer Börse analog zu einem Aktieninvestment handeln können. Diese Fonds versuchen, die Bewegungen des Goldpreises möglichst exakt nachzubilden, sodass Anlegerinnen und Anleger indirekt an der Goldpreisentwicklung teilnehmen. Die Fonds-Anteile lassen sich unkompliziert kaufen und verkaufen.
Die wichtigsten Vorteile sind:
- Sicherheit und Stabilisierung im Portfolio, sowohl bei langfristigem als auch bei kurzfristigem Anlagehorizont
- die Spreads sind deutlich geringer
- die laufenden Kosten sind tief im Vergleich zum physischen Gold und das Gold muss nicht auf eigene Kosten sicher aufbewahrt werden
- die Fonds sind relativ günstig und trotzdem sicher, da die meisten dieser Fonds das Gold physisch in Tresoren hinterlegen
- das angelegte Vermögen ist in einem Konkursfall der Bank gemäss Kollektivanlagengesetz als Sondervermögen geschützt
Die Nachteile sind:
- es fallen Courtagen , Börsenabgaben und -gebühren an
- ETFs erwerben kein direktes Eigentumsrecht am physischen Gold
Metallkonto
Bei der TKB können Sie auch mittels Metallkonto in Gold investieren. Sie erwerben aber kein direktes Eigen-tum an Gold, sondern nur einen Lieferanspruch auf eine entsprechende Menge an Gold. Diese könnten Sie sich nach Voranmeldung ausliefern lassen.
Die Vorteile sind:
- Metallkonten sind sehr günstig, da keine Fondskosten sowie auch keine Courtagen, Börsenabgaben oder -gebühren anfallen
- Sie können sich den Gegenwert des Kontoguthabens in physischem Gold ausliefern lassen
Aktien von Goldminenbetreibern
Eine weitere Möglichkeit, indirekt in Gold zu investieren, sind Aktien von Unternehmen, die Gold fördern. Anlegerinnen und Anleger investieren dabei nicht in das Edelmetall selbst, sondern in Bergbauunternehmen, deren Geschäft stark vom Goldpreis abhängt. Entwickelt sich der Goldpreis positiv, können auch die Gewinne dieser Unternehmen steigen, was sich wiederum im Aktienkurs widerspiegeln kann.
Die wichtigsten Vorteile sind:
- bei steigenden Goldpreisen sind überdurchschnittliche Renditen möglich
- Anlegerinnen und Anleger profitieren möglicherweise zusätzlich von weiteren Geschäftstätigkeiten des Unternehmens
- Goldminenaktien lassen sich einfach über die Börse handeln
Die Nachteile sind:
- der Kurs von Goldminenaktien kann stark schwanken und ist oft volatiler als der Goldpreis selbst
- die Entwicklung hängt nicht nur vom Goldpreis ab, sondern auch von Unternehmensentscheiden und der generellen Stimmung am Aktienmarkt
- zusätzliche Risiken können z.B. durch politische Instabilität, Streiks oder regulatorische Änderungen entstehen, da viele Minen in Schwellenländern liegen
Trotz ihres oftmals relativ engen Bezugs zum Goldpreis handelt es sich bei Goldminenaktien aber um eine Aktienanlage und damit um eine andere Vermögensklasse. Es sind viel mehr Einflussfaktoren am Werk als nur der Goldpreis. Deshalb sind Goldaktien ein Mehrfaches volatiler als der Goldkurs selbst. Sie eignen sich eher für erfahrenere Anlegerinnen und Anleger.
Gold-Zertifikate und strukturierte Produkte
Daneben gibt es noch weitere Formen des indirekten Golderwerbs wie etwa Exchange Traded Products (ETPs) , ETF-Zertifikate bzw. Gold-Zertifikate, strukturierte Produkte und sogar Stablecoins , basierend auf Gold.
Gold-Zertifikate bilden über strukturierte Produkte den Goldpreis ab. Sie sind sehr flexibel und Anlegerinnen und Anleger können mit Long-Zertifikaten auf einen steigenden Goldpreis wetten oder mit einem Short-Zertifikat von einem fallenden Goldpreis profitieren. Zu beachten ist, dass hier kein Gold erworben wird, sondern nur mögliche finanzielle Ansprüche gegenüber dem Zertifikats-Herausgeber (z.B. eine Bank).
Aufgrund ihrer Komplexität und grundsätzlich vorhandener Emittentenrisiken (Ausfallrisiko des Ausstellers) sind diese Produkte für sicherheitsorientierte Anlegerinnen und Anleger nicht geeignet.
In nachhaltiges Gold investieren
Nachhaltigkeit spielt auch bei Gold eine immer wichtigere Rolle. Denn der Abbau von Gold ist häufig mit Umweltbelastungen, schlechten Arbeitsbedingungen oder fehlender Transparenz verbunden. Wer in Gold investiert, kann deshalb bewusst auf nachhaltigere Alternativen setzen.
Grundsätzlich spricht man von nachhaltigem Gold, wenn Herkunft, Abbau und Lieferkette nachvollziehbar sind und bestimmte Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden.
Fairtrade-Gold stammt in der Regel aus Kleinminen und ist mit einem Gütesiegel zertifiziert. Es garantiert unter anderem faire Arbeitsbedingungen, bessere Entlohnung sowie klare Umweltauflagen. Zudem erhalten die Minen eine zusätzliche Prämie, die in die lokale Entwicklung investiert wird.
Traceable Gold (rückverfolgbares Gold) legt den Fokus auf Transparenz: Hier kann genau nachvollzogen werden, aus welcher Mine das Gold stammt und welchen Weg es bis zum fertigen Barren genommen hat. Häufig stammt dieses Gold aus industrialisierten Ländern mit strengeren gesetzlichen Vorgaben.
Beide Ansätze tragen dazu bei, die negativen Auswirkungen des Goldabbaus zu reduzieren. Wenn Ihnen Nachhaltigkeit wichtig ist, lohnt es sich, beim Kauf gezielt auf entsprechende Zertifizierungen und Herkunftsnachweise zu achten. Viele Banken – darunter auch die TKB – bieten heute ausschliesslich nachhaltige Goldlösungen an, etwa in Form von Fairtrade- oder vollständig rückverfolgbaren Goldbarren.
Welche Vor- und Nachteile hat Gold als Anlage?
Gold gilt seit Jahrhunderten als wertbeständige Anlage. Dennoch sollten Anlegerinnen und Anleger vor einer Investition sowohl die Vorteile als auch die Nachteile kennen.
Vorteile von Gold
Stabiler und beständiger Wert:
Gold hat sich über lange Zeiträume als relativ wertstabil erwiesen. Anders als viele Währungen kann es nicht beliebig vermehrt werden, weshalb es oft als langfristiger Wertspeicher gilt.
Diversifikation in Krisenzeiten:
In wirtschaftlich unsicheren Zeiten steigt die Nachfrage nach Gold häufig. Da sich der Goldpreis oft anders entwickelt als Aktien oder Obligationen, kann Gold helfen, ein Portfolio besser zu diversifizieren.
Schutz vor Inflation:
Wenn die Preise steigen und Geld an Kaufkraft verliert, wird Gold häufig als Absicherung genutzt. Viele Investierende betrachten das Edelmetall deshalb als möglichen Schutz vor Inflation.
Nachteile von Gold
Keine laufenden Erträge:
Physisches Gold wie Barren oder Münzen wirft keine laufenden Erträge wie Zinsen bei Obligationen oder Dividenden bei Aktien ab. Gewinne können daher nur realisiert werden, wenn das Gold später zu einem höheren Preis verkauft wird.
Tiefere langfristige Renditen:
Historisch betrachtet haben andere Anlageklassen wie Aktien über lange Zeiträume oft höhere Renditen erzielt als Gold.
Währungsrisiko:
Gold wird weltweit meist in US-Dollar gehandelt. Sinkt der Dollarkurs gegenüber dem Schweizer Franken, kann sich dies negativ auf den Gesamtwert des Investments in Franken auswirken.
In Gold investieren – effektiv diversifizieren
Trotz der Risiken ist Gold grundsätzlich für viele Anlegerinnen und Anleger ein geeignetes Investment. Wenn Sie ein Wertpapierportfolio besitzen, können Sie durch die Beimischung einer Goldanlage die Diversifikation verbessern und damit die Risiken des Gesamtportfolios reduzieren. Oftmals wirkt ein steigender Goldpreis den Verlusten durch fallende Aktienkurse entgegen.
Was ist eine vernünftige Gold-Quote im Portfolio?
Grundsätzlich sollte Gold ein stabilisierender Faktor im Portfolio sein. Ein sicherer Anker, wenn die Finanzmärkte stärker unter Druck geraten oder Inflation den realen Wert einer Währung untergräbt. Wichtig ist: Gold dient der Diversifikation Ihres Portfolios, nicht als dessen Hauptrenditequelle.
Wie viel Gold gehört ins Portfolio?
In den von der TKB verwalteten, breit diversifizierten Portfolios beläuft sich der Zielwert des Goldanteils je nach Strategie auf zwischen 3 und 5 Prozent. Je nach Marktsituation kann diese Quote vorübergehend deutlich höher liegen. Dies hängt auch davon ab, wie das Portfolio insgesamt zusammengesetzt ist und welche Anlagen für die Wertsteigerung sorgen sollen. Ist Ihr Vermögen stark auf Aktien fokussiert, kann ein Goldanteil von bis zu 10 Prozent sinnvoll sein. Dieser Anteil kann helfen, das Portfolio in turbulenten Börsenphasen zu stabilisieren.
Tipps, wie Sie in Gold anlegen können
Jede Art, in Gold zu investieren, hat eigene Vor- und Nachteile. Wichtig ist, die passende für die eigene Anlagestrategie zu finden. Ob physische Goldbarren und Goldmünzen, Gold-ETF oder Aktien von Minenbetreibern – die passende Goldanlage hängt von der individuellen Anlagestrategie ab, den Anlagezielen und vom Risiko, das Sie eingehen können und möchten. Unsere Tipps helfen Ihnen Schritt für Schritt, in Gold zu investieren:
1. Strategie:
Wie bei allen klugen Anlagekonzepten beginnen Sie mit der Definition Ihres Anlageziels, dem verfügbaren Zeithorizont und daraus abgeleitet Ihrer individuellen Strategie. Welche Rolle soll Gold in Ihrem Portfolio spielen? Dient es in erster Linie der Absicherung vor Marktverwerfungen und damit der Diversifikation oder wollen Sie kurzfristig auf Kurssteigerungen spekulieren?
2. Wahl des Instruments:
Treffen Sie die Wahl zwischen physischem Gold, ETFs oder einem Metallkonto. Entscheidend ist, was Ihnen am wichtigsten ist: Eigentum, Handelbarkeit oder Kosten über die Zeit.
3. Einstieg schrittweise:
Wenn es der Betrag zulässt, investieren Sie in mehreren Schritten mit festen Geldbeträgen – unabhängig vom Kursgeschehen. Bei niedrigen Kursen kaufen Sie so automatisch mehr, bei hohen weniger Gold, was zu einem vorteilhaften Durchschnittspreis führt und so das Risiko des falschen Einstiegszeitpunkts senkt. Auch der Goldpreis – so zeigt es die Vergangenheit – kennt nicht nur den Weg nach oben.
4. Sicherheit beachten:
Wenn Sie physisch das Edelmetall kaufen, wählen Sie nur seriöse Händler und prüfen Sie die Qualitätszertifikate. Bei Kauf von Goldbarren nicht zu kleine Stückelung wählen, da der Kaufpreis der kleinsten Barren oft weit über dem effektiven Goldpreis liegt. Berücksichtigen Sie auch die eigenen und fremden Aufbewahrungsalternativen und ggf. Versicherungsmöglichkeiten. Allenfalls ist für ein langfristiges Investment das Bankschliessfach die richtige Lösung.
5. Regelmässige Überprüfung:
Wie auch Ihre sonstigen Portfolioanteile sollten Sie Ihren Goldanteil mindestens halbjährlich prüfen und bei Bedarf an Ihre Strategie anpassen.
Wenn Sie generell erst am Anfang Ihrer Investmentreise stehen, finden Sie unsere wichtigsten Tipps für Anfängerinnen und Anfänger beim Geldanlegen in unserem Blogartikel oder im Klartext Finanzen Video auf YouTube.
Investieren für Anfänger: In 3 Schritten einfach Geld anlegen
Fazit: Gold kann das Portfolio stabilisieren
Gold kann eine sinnvolle Ergänzung im Portfolio sein, vor allem als Absicherung in unsicheren Zeiten und zur besseren Diversifikation. Zwar wirft das Edelmetall keine laufenden Erträge ab und kann kurzfristig schwanken, doch als langfristiger Wertspeicher und stabilisierender Portfolioanteil hat es sich historisch bewährt. Entscheidend ist, Gold gezielt und in einer angemessenen Quote in die eigene Anlagestrategie zu integrieren. Wenn Sie unsicher sind, welche Anlageform am besten zu Ihnen passt, lohnt sich ein Gespräch mit einer TKB-Beraterin oder einem TKB-Berater. Wir unterstützen Sie dabei, eine Lösung zu finden, die zu Ihren Zielen, Ihrem Anlagehorizont und Ihrer Risikobereitschaft passt.
FAQs zu Gold Investitionen
Gold kann eine sinnvolle Ergänzung im Portfolio sein, insbesondere zur Diversifikation und als Absicherung in geopolitischen Zeiten. Das Edelmetall reagiert oft anders als Aktien oder Obligationen und kann so helfen, Schwankungen im Portfolio abzufedern. Allerdings erzielt Gold langfristig meist geringere Renditen als Aktien und eignet sich daher eher als stabilisierender Baustein denn als Hauptanlage.
In der Schweiz können Sie Gold direkt als Barren oder Münzen kaufen oder indirekt über Finanzprodukte wie Gold-ETFs, ETPs oder Gold-Zertifikate ins Edelmetall investieren. Physisches Gold bietet direkten Besitz, erfordert aber Lagerung und Versicherung. Börsengehandelte Produkte sind einfacher handelbar und verursachen meist geringere Lagerkosten, während Metallkonten bei Banken eine weitere, günstigere Möglichkeit darstellen, indirekt am Goldpreis teilzunehmen.
Goldbarren haben in der Regel geringere Aufschläge auf den Goldpreis als Münzen und eignen sich gut für grössere Investitionsbeträge. Goldmünzen wie das Schweizer Goldvreneli sind dagegen oft leichter handelbar und bei Sammlern beliebt. Für Einsteiger sind mittlere Stückelungen – zum Beispiel 10 bis 100 Gramm bei Barren oder gängige Anlagemünzen – oft sinnvoll, da sie flexibel handelbar bleiben.
Der Goldpreis kann kurzfristig stark schwanken und unterliegt Einflüssen wie Zinsen, Inflation oder geopolitischen Entwicklungen. Zudem wird Gold meist in US-Dollar gehandelt, wodurch Wechselkursbewegungen den Wert für Schweizer-Franken-Anleger beeinflussen können. Beim Kauf und Verkauf entstehen ausserdem Spreads zwischen An- und Verkaufspreis, insbesondere bei kleinen Stückelungen.
Gold wird häufig als Schutz vor Inflation betrachtet, weil es nicht beliebig vermehrt werden kann und historisch seinen Wert über lange Zeiträume bewahrt hat. In Phasen hoher Inflation steigt oft die Nachfrage nach Gold. Kurzfristig besteht jedoch keine Garantie, dass der Goldpreis den Kaufkraftverlust durch Inflation kompensiert.
Beim Kauf von physischem Gold fallen in der Regel Aufschläge auf den Goldpreis sowie ein Spread zwischen An- und Verkaufspreis an. Zusätzlich können Kosten für sichere Lagerung, etwa in einem Bankschliessfach, und gegebenenfalls für Versicherung entstehen. Bei Gold-ETFs oder anderen Finanzprodukten kommen stattdessen Verwaltungsgebühren und Handelskosten hinzu.
Viele Gold-ETFs sind physisch besichert, das heisst, das Gold wird tatsächlich in Tresoren hinterlegt. Dadurch ist das investierte Vermögen meist als Sondervermögen geschützt. Andere Produkte wie Zertifikate oder bestimmte ETPs können jedoch ein Emittentenrisiko enthalten, da Anleger nur eine Forderung gegenüber dem Herausgeber besitzen.
Als «Papiergold» bezeichnet man Finanzprodukte wie ETFs, Zertifikate oder andere börsengehandelte Instrumente, die den Goldpreis abbilden, ohne dass Anleger physisches Gold besitzen. Physisches Gold bedeutet hingegen direkten Besitz von Barren oder Münzen. Für Einsteiger sind oft einfach verständliche Produkte wie physisch besicherte Gold-ETFs oder klassische Anlagemünzen geeignet.
Gold in Form von Barren und bestimmten Münzen ist in der Schweiz von der Mehrwertsteuer befreit. Gewinne aus dem Verkauf von Gold sind für Privatpersonen in der Regel steuerfrei, solange sie als private Kapitalgewinne gelten. Das Goldvermögen muss jedoch in der Vermögenssteuer deklariert werden.
Karel E. Ehmann, Anlageexperte der TKB und ehemaliger Leiter Investment Center, hat diesen Beitrag gemeinsam mit dem Redaktionsteam erarbeitet. Karel ist seit 2010 bei der Thurgauer Kantonalbank und hat in seiner vorherigen Tätigkeit das neunköpfige Team des Investment Centers der TKB geleitet. Das Investment Center verwaltet Milliardenbeträge in der Vermögensverwaltung und ist für die Beraterinnen und Berater der TKB bei allen Fragen rund ums Anlegen die Anlaufstelle. In seiner neuen Funktion lässt Karel sein profundes Anlegerwissen in die Kommunikationsmassnahmen einfliessen und trägt so zur finanziellen Bildung der TKB-Kundinnen und TKB-Kunden bei. Karel ist in seiner Freizeit vorwiegend in den Bergen unterwegs und hat dank der Pensumsreduktion mehr Zeit, Yoga zu praktizieren und mit seinen erwachsenen Töchtern über die Klimadebatte zu diskutieren.