Nicht alle glücklichen Paare wollen sich das Ja-Wort geben. Die Gründe für ein Leben ohne Trauschein sind vielfältig. Die Auswirkungen auf das gemeinsame Leben sollten aber gut überlegt sein. Denn: Welche Rechte und Ansprüche gelten, wenn der Partnerin oder dem Partner etwas zustösst? Oder die Beziehung gar in die Brüche geht?

Im Kanton Thurgau lebt inzwischen jedes sechste Paar in einer nicht-ehelichen Lebensgemeinschaft – in einem sogenannten Konkubinat. Diese Zahl nimmt alljährlich zu. Als ein möglicher Grund wird oft die Zunahme an Scheidungen und die dadurch entstehenden neuen Formen des Zusammenlebens, wie Patchworkfamilien, genannt.

 

Auch wenn das Konkubinat beliebter wird, gilt weiterhin: Konkubinatspaare werden gesetzlich nicht gleichbehandelt wie Ehepaare oder gleichgeschlechtliche Paare in eingetragener Partnerschaft. Die eheähnliche Gemeinschaft Konkubinat ist im Gesetzbuch weder erwähnt noch geregelt.

 

Im juristischen Alltag wird das Leben ohne kirchlichen oder behördlichen Segen als «einfache Gesellschaft» angesehen. Das Gesetz spricht von einer «Personengesellschaft, die einen gemeinsamen Zweck verfolgt» und regelt nicht Familien-, sondern Firmengründungen.

Auch wenn die Vorteile locken, dürfen die Nachteile nicht vergessen werden

Vorsicht vor Vorsorgelücken wegen fehlenden Beiträgen

In der Regel sind die Leistungen der Sozialversicherung mit dem Zivilstand der versicherten Person verknüpft. Aus diesem Grund sollten Konkubinatspaare Fragen zu ihren Sozialversicherungen gut besprechen. Sind beide Konkubinatspartner berufstätig, haben sie weder bei der AHV noch bei der beruflichen Vorsorge Nachteile.

 

Dies ändert aber, wenn sich eine Person – egal ob Frau oder Mann – um den Haushalt und das Kind kümmert. Gerne wird dann vereinbart, dass diese Person dafür vom anderen Partner oder der anderen Partnerin ein Entgelt erhält. Seit 1999 wird diese Leistung allerdings nicht mehr als Lohn angesehen. Die Folge: AHV-Beiträge und die Einzahlungen in die berufliche Vorsorge entfallen. Es entsteht dadurch eine Lücke in der Altersvorsorge.

Mit einem Konkubinatsvertrag rechtliche Lücken vermeiden

Im Konkubinat ist vieles gesetzlich nicht geregelt. Paare ohne Trauschein handeln sich dadurch Nachteile ein. Also stellen sich manche die Frage: «Wäre es doch besser, eine Ehe einzugehen?» Nicht zwingend! Denn: Ein gemeinsamer Konkubinatsvertrag sorgt insbesondere bei den finanziellen Angelegenheiten für Klarheit. Die Ausgestaltung eines solchen Vertrags ist aber sehr individuell. Darin können beispielsweise folgende Punkte festgehalten sein:

 

  • Mietverhältnis
  • Eigentumsverhältnis von gemeinsamem Wohneigentum
  • Definition der Eigentumsverhältnisse von Inventar
  • Beiträge für den gemeinsamen Lebensunterhalt
  • Vorsorgebeitrag für die kinderbetreuende Person
  • Folgen einer Trennung

    Mit der richtigen Vorsorgeplanung die Partnerin oder den Partner absichern

    In einem Konkubinatsvertrag sind die Altersvorsorge und die Risikoabdeckung zwei wichtige Themen, die es zu regeln gibt. Dafür ist es lohnenswert, die Versicherungs- und Vorsorgesituationen beider Konkubinatspartner genau anzuschauen und aufeinander abzustimmen. Insbesondere gilt es die Möglichkeiten und Voraussetzungen für eine gewollte Begünstigung der Partnerin oder des Partners zu klären.

     

    Diese Begünstigungen können mit Einschränkungen, wenn andere pflichtteilsgeschützte Erben wie Kinder vorhanden sind, trotz des gesetzlich fehlenden Erbrechts vertraglich festgehalten werden. Das in Form eines Testaments oder eines Erbvertrages. Wichtig ist, dass ein Notar die Dokumente öffentlich beurkundet. Erst danach sind sie rechtlich gültig.

    Trotz Konkubinat richtig abgesichert fürs ganze Leben

    Die Vorsorgeplanung unter Konkubinatspartnern ist besonders wichtig. Die Expertinnen und Experten der Thurgauer Kantonalbank unterstützen Sie bei der Planung der gemeinsamen Vorsorge.

    Vollumfängliche Absicherung? So klappt's

    Der Konkubinatsvertrag allein reicht nicht für eine vollumfängliche Absicherung des Lebenspartners. Um medizinische Auskunft sicherzustellen, empfiehlt sich eine Patientenverfügung. Zudem ist es empfehlenswert, für den Fall einer Handlungsunfähigkeit einen Vorsorgeauftrag abzuschliessen, in welchem die Lebenspartnerin oder der Lebenspartner als beauftragte Person definiert ist.

     

    Für das gemeinsame Zusammenleben braucht es also keinen Trauschein. Wichtig ist, dass das Paar seine finanziellen Angelegenheiten ausführlich und gemeinsam betrachtet. Somit sichern sich die Parteien gegenseitig für fast alle Lebenssituationen ab und dem Leben im Konkubinat steht nichts im Wege.

    Damit Sie für die Zukunft abgesichert sind

    Wollen Sie sich und Ihre Partnerin oder Ihren Partner für alle Lebenssituationen absichern? Unsere Spezialistinnen und Spezialisten stehen Ihnen dabei mit Rat und Tat zur Seite.