Januar 2026 | Internationale Unsicherheiten prägten 2025 die industrielle Entwicklung im Thurgau. Besonders die exportorientierten Betriebe litten unter rückläufiger Nachfrage und tieferen Margen.

2025 stand die Thurgauer Industrie besonders unter Druck: Die deutsche Wirtschaft stagnierte im zweiten Jahr in Folge, weltweit wurden Investitionen zurückgestellt, und die US-Zölle belasteten die Planungssicherheit zusätzlich. Diese Faktoren führten dazu, dass die Industrie als einzige Hauptbranche rückläufige Umsätze, eine tiefere Auslastung und sinkende Gewinne verzeichnete.

Trotz des anspruchsvollen Umfelds hat sich die Stimmung gegenüber dem Vorjahr leicht aufgehellt – jedoch je nach Teilbranche sehr unterschiedlich. Die Nahrungs- und Genussmittelindustrie zeigt sich weiterhin stabil; rund die Hälfte der Betriebe meldet ein gutes Geschäftsjahr. In der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM-Industrie) bleibt die Lage dagegen deutlich angespannter: Nur 29 Prozent berichten von einem guten Jahr, das sind halb so viele wie vor drei Jahren. Die MEM-Industrie bleibt damit am stärksten vom volatilen globalen Umfeld belastet.

Nahrungsmittelindustrie stützt, MEM-Industrie unter Druck
Beurteilung des jeweiligen Geschäftsjahrs, nach Subbranchen, Saldo aus «gut» und «unbefriedigend»

Der Blick auf die verschiedenen Indikatoren bestätigt diese Zweiteilung: In der Industrie gingen 2025 sowohl Umsätze als auch Gewinne und Auslastung zurück, und per saldo wurde Personal abgebaut. Besonders ausgeprägt fiel der Rückgang in der MEM-Industrie aus, während die Nahrungs- und Genussmittelindustrie eine weitgehend stabile Entwicklung verzeichnete.

Für 2026 erwarten die Thurgauer Industriebetriebe eine breit abgestützte Erholung auf tiefem Niveau. Alle Subbranchen rechnen mit einer höheren Auslastung sowie steigenden Umsätzen und Gewinnen. Beim Personalbestand werden insgesamt keine grösseren Veränderungen erwartet; die MEM-Industrie plant leichte Reduktionen, die Nahrungs- und Genussmittelindustrie dagegen moderate Zunahmen.

Top-5 der erwarteten Herausforderungen für die kommenden Jahre in der Industrie
Anteil Nennungen in % (maximal 3 Nennungen aus einer Auswahl von 14 potenziellen Herausforderungen möglich)

Bei der Frage nach den grössten Herausforderungen zeigt sich eine grosse Bandbreite, wobei der starke Schweizer Franken an erster Stelle steht. Er belastet die Wettbewerbsfähigkeit im Export und fällt in eine Phase einer so oder so schwachen Auslandsnachfrage. Fach- und Arbeitskräftemangel, zunehmender Wettbewerb, steigende Energie- und Rohstoffkosten sowie regulatorische und handelspolitische Unsicherheiten verstärken den Druck. Chancen sehen die Unternehmen vor allem dort, wo sie direkt Einfluss nehmen können: Sechs von zehn Unternehmen setzen auf ihr Kerngeschäft, 42 Prozent auf Produktinnovationen und 33 Prozent auf neue Auslandmärkte.

Entwicklung und Erwartungen im Überblick

Prognose für 2025 Effektiv 2025 Prognose für 2026
Umsatz
Gewinn
Personal
Auslastung
Investitionen

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