Medienmitteilung vom 14. Januar 2026
Zuversicht überwiegt in der Thurgauer Wirtschaft
Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden an der TKB-Firmenkundenumfrage berichtet von einem guten Geschäftsjahr 2025. Dies trotz herausforderndem internationalem Umfeld. Fürs laufende Jahr überwiegt die Zuversicht. Über die einzelnen Branchen hinweg gibt es jedoch deutliche Unterschiede.
2025 blies vielen Thurgauer Unternehmen aus mehreren Richtungen ein rauer Wind entgegen: Die schwächelnde deutsche Industrie, die globale Investitionsflaute und die durch die US-Zölle ausgelösten Unsicherheiten forderten insbesondere exportorientierte Betriebe heraus. Gleichzeitig präsentierte sich der heimische Markt robust und wirkte stabilisierend. Das zeigt sich in den Ergebnissen der Firmenkundenumfrage der Thurgauer Kantonalbank (TKB): Insgesamt verzeichnete über die Hälfte der über 450 Teilnehmenden ein gutes Geschäftsjahr 2025. Allen voran die binnenorientierten Branchen berichten von steigender Auslastung, stabilen Umsätzen und unverändertem Personalbestand. So profitierte der Handel von einer soliden Konsumnachfrage, und die Geschäfte im Baugewerbe entwickelten sich angesichts der anhaltenden Nachfrage und den tiefen Zinsen stabil.
Industriebetriebe unter Druck
Die Industrie hingegen vermeldete rückläufige Umsätze, geringere Produktionsauslastung und sinkende Gewinne. Über 60 Prozent der Thurgauer Betriebe in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM-Industrie) berichten von Umsatzrückgängen. Für 2026 rechnen die Industriebetriebe zwar mit einer gewissen Erholung, jedoch ausgehend von einem tiefen Niveau. Die weiteren Branchen zeigen sich für 2026 optimistisch. Im Durchschnitt rechnen die Thurgauer Unternehmen mit einer steigenden Auslastung sowie höheren Umsätzen und Gewinnen. «Viele Thurgauer Firmen haben in den letzten Jahren gezeigt, dass sie sich anpassen können und widerstandsfähig sind. Aber man darf sich nicht blenden lassen: 2026 wird anspruchsvoll bleiben – wegen der verzögerten Effekte der Zölle, der Schwäche in Deutschland und einer zu erwartenden Zurückhaltung beim Konsum», sagt Remo Lobsiger, Leiter des Bereichs Geschäftskunden bei der TKB.
Die Hälfte der Betriebe plant Investitionen unverändert
Den Fokus legt die diesjährige Umfrage auf die Investitionsbereitschaft der Unternehmen aufgrund des aktuellen wirtschaftlichen Umfelds. Hier zeigt sich: Über die Hälfte der Thurgauer Betriebe plant mit unveränderten Investitionen, und 10 Prozent erhöhen diese sogar. Gleichzeitig reduziert oder verschiebt jedes vierte Unternehmen seine Investitionen. Zurückhaltend zeigt sich insbesondere die MEM-Industrie. Eine allgemeinwirtschaftliche Investitionsschwäche ist im Thurgau allerdings nicht festzustellen. «Schweizer Unternehmen sind im Export meist nur mit äusserst hochwertigen Produkten konkurrenzfähig. Dafür braucht es Innovation sowie Effizienz – und dies erfordert Investitionen», sagt Remo Lobsiger.
Thurgauer Wirtschaft im Fokus
Die jährliche Umfrage der TKB bei ihren Firmenkunden ist ein nicht repräsentatives, aber umfassendes Spiegelbild der wirtschaftlichen Entwicklung im Thurgau. Die Umfrage ist die einzige ihrer Art im Kanton. Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt in Zusammenarbeit mit der IHK St.Gallen-Appenzell. Die Resultate der Umfrage sind auf der TKB-Webseite abgebildet: tkb.ch/wirtschaft-thurgau
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